Letzter Tag bei Google Fotos: Was Ihr über die Änderungen wissen müsst

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Letzter Tag bei Google Fotos: Was Ihr über die Änderungen wissen müsst
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Google wird Morgen einige Änderungen bei der Speicherverwaltung einführen. Unter anderem geht dabei der unbegrenzte Speicherplatz bei Google Fotos verloren. Wir haben Euch noch einmal zusammengefasst, was genau sich bei der Foto-Cloud ändert und welche Schritte Ihr bis Morgen früh unbedingt befolgen solltet.

Wie wirkt sich die Änderung genau aus?

Die Änderung der Regeln für die Speicherung von Fotos und Videos durch Google wurde im November 2020 angekündigt. Mit der für den 1. Juni geplanten Änderung werden nun alle Fotos und Videos, die in Google Fotos hochgeladen werden, bei der im Benutzerkonto verfügbaren Datenmenge mitgezählt. Das geschieht unabhängig von der gewählten Qualität.

google photos hero
Der Service wurde während der Google I/O 2015 angekündigt / © Google

In den ersten sechs Jahren der Existenz dieser Plattform wurden Videos und Fotos, die vom PC oder Mobiltelefon mit der Option "Hohe Qualität" gesendet wurden, nicht auf den Speicherplatz des Kontos angerechnet. Sie wurden jedoch ohne die ursprüngliche Bildqualität und mit einer Auflösungsbegrenzung gespeichert:

  • Fotos: 16 Megapixel (ca. 4618 x 3464, im Seitenverhältnis 4:3);
  • Videos: 2 Megapixel (Full-HD, also 1920 x 1080 Pixel, im Seitenverhältnis 16:9).

Eine weitere Option war, die ursprüngliche Qualität der Medien beizubehalten. Indem man sich aber dafür entschied, Google die Fotos und Videos nicht komprimieren zu lassen, wurden die hochgeladenen Dateien auf den Speicherplatz des Kontos angerechnet – standardmäßig ist der 15 GB groß.

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Ab dem Zeitpunkt der Änderung verbrauchen nun auch Medien, die mit der Option "Hohe Qualität" gespeichert wurden, den Anteil des freien Speicherplatzes, den sich Google Fotos mit Google Drive und Gmail teilt.

Die Wahl des Aufnahmemodus, der in Google Fotos verwendet wird, kann in den Einstellungen vorgenommen werden, sowohl in der mobilen App als auch in der Webversion des Dienstes. Im Falle des Browsers unter der Adresse photos.google.com/settings.

Was sich für Pixel-Besitzer ändert

Die Auswirkungen der Änderungen für diejenigen, die ein Google Pixel-Smartphone besitzen, sind je nach Modell des Google-Handsets unterschiedlich:

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  • Pixel (2016): Behält unbegrenzten Speicherplatz für Medien in Originalqualität
  • Pixel 2: Unbegrenzter Speicherplatz für Fotos und Videos in hoher Qualität
    • unbegrenzter Speicherplatz für Medien in Originalqualität, die bis zum 16. Januar 2021 hochgeladen wurden
  • Pixel 3: unbegrenzter Speicherplatz in Originalqualität bis 21. Januar 2022
    • ab diesem Datum unbegrenzter Speicherplatz nur für die Option "Hohe Qualität"
  • Pixel 3a bis 5: unbegrenzter Speicherplatz nur für die Option "Hohe Qualität"
Die erste Pixel-Generation behält unbegrenzten Speicherplatz für Fotos und Videos in Originalqualität / © NextPit

Nach dem Sprachgebrauch von Google gelten die oben genannten Regeln nur für Uploads, die direkt von den genannten Modellen aus getätigt werden. Das heißt, selbst wenn ein Pixel 3 mit dem Profil verknüpft ist, zählen Bilder, die vom PC oder anderen Telefonen gesendet werden, für das Speicherlimit.

Welche Optionen gibt es für die Erweiterung des Google Fotos-Speichers?

In der Vergangenheit hat Google zusätzlichen Speicherplatz als Belohnung für einfache Aufgaben wie die Sicherheitsprüfung des Profils angeboten, so dass viele Nutzer über einen Gesamtspeicherplatz oberhalb der standardmäßigen 15 GB verfügen. Professionelle Konten hingegen bieten in der Regel 30 GB Speicherplatz und mehr, je nach vertraglichem Abonnement des Unternehmens

Bevor Ihr einen der zusätzlichen Speicherpläne unterzeichnet, könnt Ihr eine Bereinigung der Dateien in den verschiedenen Diensten vornehmen, die für die Datenquote zählen:

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  • In Google Fotos selbst könnt Ihr Fotos und Videos überprüfen, die den verfügbaren Speicherplatz verbrauchen, unterteilt in verschiedene Kategorien (große Fotos und Videos, Screenshots, unscharfe Fotos, andere Apps)
    • Für diejenigen, die nur Bilder haben, die nicht auf das Speicherlimit angerechnet werden, ist die Liste leer
  • Im Google One-Speichermanager habt Ihr einen Überblick über Dateien und E-Mails, die sich im Papierkorb befinden oder als Spam markiert sind, sowie eine Auflistung von Dateien, die zu viel Speicherplatz beanspruchen, mit der Möglichkeit, diese zu löschen.

Die Speicherplatzerweiterung gilt für Google Fotos, Drive und Gmail und ist im Google One-Abonnement enthalten, wobei drei Speicherplatzoptionen für Privatnutzer verfügbar sind:

  • 100 GB: 1,99 Euro monatlich oder 19,99 Euro jährlich
  • 200 GB: 2,99 Euro monatlich oder 29,99 Euro jährlich
  • 2 TB: 9,99 Euro monatlich oder 99,99 Euro jährlich
  • 10 TB 49,99 Euro monatlich
  • 20 TB 99,99 Euro monatlich
  • 30 TB 149,99 Euro monatlich

Der Speicherplatz kann mit bis zu 5 Personen innerhalb einer Familie geteilt werden, die zudem auch Live-Unterstützung und andere Vorteile erhalten, die je nach Region variieren.

Was sind die wichtigsten Alternativen zu Google Fotos?

Wer ein Microsoft 365- oder Amazon Prime-Abo abschließt, dem stehen die Online-Speicherdienste OneDrive und Amazon Photos zur Verfügung. Ersteres bietet Platz ab 1 TB für persönliche Abonnements, während der E-Commerce-Riese unbegrenzten Speicherplatz für Fotos (in Originalqualität) und 5 GB für Videos anbietet.

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Die Dienste bieten nicht die gleichen Funktionen in Bezug auf die Organisation und Freigabe von Alben oder Face ID – was sowohl positiv als auch negativ sein kann, je nachdem, wen Ihr fragt. Das Gleiche gilt für Online-Speicherdienste, im Falle von Dropbox, iDrive, Box und anderen Diensten dieser Art.

Ein Dienst, der unter unseren französischen Kollegen ein Hit zu sein scheint, ist das schwedische Degoo, das 100 GB Speicherplatz für Fotos, Apps für Android, iOS und Web sowie einige Optionen zur Erweiterung des verfügbaren Speichers bietet.

Eine aufwändigere Lösung ist die Rückkehr zu den Zeiten der lokalen Speicherung – aber in diesem Fall ist es gut, sich an die Empfehlung zu erinnern, aus Sicherheitsgründen eine lokale und eine externe Kopie zu haben – manche Netzwerkspeichergeräte (NAS) bieten sogar Tools zur Generierung von Alben per Gesichtserkennung, aber die Ransomware-Angriffe der letzten Jahre auf Fernzugriffstools von Herstellern wie Qnap und Synology wecken nicht so viel Vertrauen in die Online-Dienste der Geräte.

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Unabhängig von der gewählten Lösung bieten die verschiedenen Online-Dienste Optionen für jeden Geldbeutel, mit unterschiedlichem Grad an Praktikabilität und Funktionen. Aber zumindest bietet Google die Möglichkeit, die Dateien herunterzuladen und sogar in andere Fotospeichersysteme zu migrieren.

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