Das Bundesamt für Straßenwesen schätzt die Gesamtzahl der Führerscheine in Deutschland auf etwa 54 Millionen – eine genaue Erfassung gibt es jedoch nicht. Erst mit der Einführung des Scheckkarten-Führerscheins im Jahr 1999 begann eine systematische Zählung. Wie viele Menschen noch den guten, alten "Lappen" besitzen, bleibt unklar. Doch egal, ob aus Papier oder Plastik: Ab April 2025 wird der klassische Führerschein im Alltag überflüssig.
In den vergangenen Jahren gab es viele Diskussionen um den Führerschein. Die geplante Regelung, dass Senioren ab 70 alle fünf Jahre ihre Fahrerlaubnis erneuern müssen, wird vorerst nicht umgesetzt. Doch eine andere Neuerung tritt nun in Kraft: Ab diesem Jahr wird es möglich sein, ohne Führerschein in physischer Form Auto zu fahren.
Wer künftig in eine Polizeikontrolle gerät, muss nicht mehr in der Tasche nach der Fahrerlaubnis kramen. Stattdessen genügt ein Griff zum Smartphone. Denn das Bundesministerium für Digitales und Verkehr führt eine neue App ein, die den Führerschein digital abbildet – und dieser digitale Nachweis reicht in Zukunft aus, heißt es etwa bei T-Online.
Noch nicht alle Polizeibehörden sind informiert
Bereits Ende März startet in Deutschland ein offener Pilottest, bei dem rund 2.500 Menschen teilnehmen sollen. „Dies dient dazu, den digitalen Fahrzeugschein unter realen Bedingungen in einem kontrollierten Rahmen zu testen“, erklärt eine Sprecherin des Ministeriums gegenüber Heise.
Eine begrenzte Teilnehmerzahl ermögliche eine gezielte Auswertung des Feedbacks, eine schnelle Fehlerbehebung sowie eine enge Zusammenarbeit zwischen Entwicklern und Behörden. Dennoch sollten Autofahrer den Fahrzeugschein vorerst weiterhin in Papierform mitführen, da die Rechtsänderung noch nicht in jedem Polizeirevier des Landes angekommen sein dürfte.
Die EU plant langfristig, den Führerschein ausschließlich digital auszustellen. Wer weiterhin eine physische Scheckkarte möchte, müsste diese dann gesondert beantragen. Die Zukunft bringt also ein immer leereres Portemonnaie – bis es womöglich ganz überflüssig wird. Problematisch könnte es nur werden, wenn unterwegs der Handyakku schlappmacht. Doch dafür gibt es schließlich Powerbanks.
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