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Angst vor KI? Heute ist der beste Tag, das zu ändern!

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© nextpit / created with Gemini 2.0

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Seid Ihr vom Thema KI genervt oder habt sogar Angst? Vielleicht, weil Ihr nicht wisst, wie Ihr in das Thema hineinfindet? Weil Ihr Angst um Euren Job habt? Oder weil es einfach Neuland ist und Ihr Neuem gegenüber skeptisch seid? Dann ist dieser Artikel für Euch, denn hier möchte ich Euch Ängste nehmen, Chancen aufzeigen und Euch gleichzeitig einen einfachen Einstieg in diese KI-Welt aufzeigen. 

Lasst uns ganz vorne anfangen. Kein Tech-Geblubber, keine langen "Was ist eigentlich KI"-Erklärungen, keine klugen Prompt-Vorschläge und App-Empfehlungen. Kein Fachchinesisch und keine Prognosen, ob Beruf X bereits im Jahr Y verschwunden ist. Ich möchte einfach nur die ansprechen, denen das gerade alles vielleicht ein wenig zu schnell geht, und die sich eben schon gefragt haben, was überhaupt ein "Prompt" ist. 

In unserer Techblase bewegen wir uns selbstsicher durchs Internet, benutzen unsere Smartphones nahezu blind und sind fit, wenn es ums Chatten mit einer KI geht. Und unsere Stamleser:innen sind ja nicht viel anders: Viele arbeiten bereits beruflich mit ChatGPT, nutzen Gemini auf dem Handy, malen mit KI Bilder oder erschaffen Songs.

Aber nochmal: Für dieses Stammklientel, das bei KI bereits im Thema ist, ist der Beitrag nicht gedacht. Das Thema KI wird so schnell so wichtig werden, dass wir niemanden zurücklassen dürfen. Auch wir wollen bei nextpit angesichts dieser Dringlichkeit künftig das Thema noch viel ausführlicher betrachten – so, wie wir im Podcast ja schon seit Jahren viel über KI sprechen. Dieser Artikel ist daher explizit für diejenigen gedacht, die noch keine Berührungspunkte zu künstlicher Intelligenz haben, und hier einen sanften Schubser bekommen können, um sich heute darauf einzulassen.

 

"Welche Jobs sind durch KI akut gefährdet?" – über diese und ähnliche Schlagzeilen stolpere ich zuhauf. Die Nachrichten überschlagen sich förmlich mit dystopischen Headlines. Aber es geht nicht nur darum, ob uns künstliche Intelligenz die Arbeit wegnimmt. Immer wieder lesen wir auch Artikel und hören Experten dazu plaudern, dass der Mensch schon bald nicht mehr mit KI mithalten kann und die Menschheit daher möglicherweise eine bedrohte Spezies ist.

Ich beschäftige mich täglich mit künstlicher Intelligenz, beruflich und privat. Und trotzdem bin ich bei diesem Thema zwiegespalten: Mal bin ich beim Blick auf die Möglichkeiten einfach nur begeistert. Mal bin ich aber auch ängstlich, wenn ich mir ausmale, was da auf uns zurollt, und wie wir als Gesellschaft damit umgehen. 

Da mag ich mir gar nicht ausmalen, wie es für jemanden aussehen muss, der sich bislang so überhaupt noch gar nicht mit dem Thema beschäftigt hat. Die Blase derer, die bei KI noch außen vor sind, dürfte tatsächlich auch größer sein, als wir innerhalb der Tech-Community es uns ausmalen.

Ich rede von einer Blase, in der Menschen leben, denen der Umgang mit Technik nicht so einfach von der Hand geht. Zudem denke ich an Menschen, die vom Thema genervt sind, oder die bislang schlicht kein Interesse hatten, sich damit zu beschäftigen. Deswegen will ich heute genau diese Menschen adressieren und versuchen, ihnen ein wenig die Angst zu nehmen, und die Vorteile von KI schmackhaft zu machen. Also, lasst uns loslegen. 

Ein glatzköpfiger Mann und ein Roboter stoßen in einer Bar mit Bierkrügen an.
Okay, so dicke sind KI und ich nun noch nicht, dass wir zusammen trinken. Aber bald bestimmt! / © nextpit / KI-generiert mit Google AI Studio

Angst vor künstlicher Intelligenz: Warum KI viele Menschen verunsichert

Zwei Dinge direkt vorweg:

  1. Ihr müsst Euch Eurer Angst ganz sicher nicht schämen. Angst ist ganz grundsätzlich ein berechtigtes, ernstzunehmendes Gefühl.
  2. Manche Ängste sind beim Thema KI auch durchaus begründet und Skepsis absolut angebracht.

Es ist grundsätzlich egal, ob Eure Angst, zum Beispiel wegen eines möglichen Job-Verlusts, tatsächlich berechtigt ist, oder Eure Angst nur eine gefühlte, abstrakte ist. Für beide Fälle gilt: Diese Angst darf Euch nicht auffressen und Ihr überwindet sie am besten, indem Ihr Euch aufs Thema und die Herausforderung einlasst.

Wovor habt Ihr denn eigentlich Angst? Ist es ein diffuses "ich glaub, ich kann das nicht"-Gefühl? Habt Ihr das Gefühl, den Anschluss verloren zu haben? Oder empfindet Ihr KI als gefährlich? Für Letzteres will ich mich im Namen meiner Kolleg:innen entschuldigen. Denn ja – der Journalismus trägt definitiv eine Mitschuld. Artikel sollen zum Klicken einladen, sollen spektakulär wirken, und deshalb formulieren wir unsere Überschriften und Texte manches Mal etwas zu dramatisch, fürchte ich. Lasst Euch davon aber bitte nicht abschrecken. 

Vielleicht ist es aber auch gar keine Angst. Vielleicht seid Ihr einfach auch genervt von dieser übertriebenen Aufmerksamkeit, die das Thema derzeit medial erhält. Egal, was Euch an KI verunsichert: Ihr seid nicht allein. Laut einer Bitkom-Studie von 2024 (PDF) haben 48 Prozent der Befragten die Meinung, dass KI die Kontrolle über den Menschen übernimmt, 44 Prozent haben generell Angst vor KI und 37 Prozent würden lieber komplett in einer Welt ohne KI leben.

Diese Angst lässt sich zusammenfassend auf mehrere Faktoren zurückführen:

  • Scheu vor Technik & fehlendes Wissen: Viele Menschen glauben, dass KI kompliziert und nur für Experten verständlich sei. Sie wissen nicht, dass moderne KI-Tools bewusst so gestaltet sind, dass sie einfach nutzbar sind – oft nicht komplizierter als eine ganz normale Google-Suche.
  • Angst vor Arbeitsplatzverlust: KI wird oft als Bedrohung für klassische Berufe wahrgenommen, anstatt als Chance zur Arbeitserleichterung.
  • Negative Schlagzeilen & Science-Fiction-Dystopien: Medienberichte über KI-Fehlentscheidungen oder Überwachungssysteme schüren Ängste, anstatt sachlich über den Nutzen der Technologie zu informieren.

Ich kann Euch nur eines empfehlen, wenn Ihr Euch noch nicht ans Thema KI herangetraut habt. Seid gerne skeptisch, aber fürchtet Euch nicht unnötig vor dem Benutzen dieser Technologie. Jeder von uns kann kinderleicht einsteigen, und zum Beispiel einfach kostenlos einen Chatbot auf dem Handy nutzen. Später dazu mehr. 

Chancen der KI: Darum lohnt es sich, sich damit zu beschäftigen

Wichtig zu verstehen: Auch, wenn Ihr ein wenig Schiss vor KI habt, bekommen wir den Geist nicht mehr zurück in die Flasche. KI wird sich ausbreiten, wird alle Bereiche des Lebens durchdringen, und dadurch so allgegenwärtig sein wie das Internet und so selbstverständlich wie Strom aus der Steckdose. Deswegen ist es ja auch so wichtig, diese Angst hinter sich zu lassen und zu lernen, die massiven Chancen zu erkennen. 

Welche Chancen? Ich nenne Euch eine Handvoll Beispiele:

KI als persönliche Assistentin

Nutzt Ihr Siri auf dem Handy oder Alexa im Haushalt? Dann denkt diese Werkzeuge noch einen großen Schritt weiter. Nur, dass die Tools noch nützlicher und noch bequemer zu bedienen sind. Ihr lasst Euch E-Mails oder andere Texte im Handumdrehen zusammenfassen, lasst Eure eigenen E-Mails gegenlesen und auf Ausdruck, Tonalität und Fehler checken und gegebenenfalls verbessern. Ihr erstellt Einkaufslisten, lasst Euch Speisekarten oder jeden anderen gewünschten Text in Eure Sprache übersetzen, Rezepte auf Basis verfügbarer Lebensmittel erstellen und vieles, vieles mehr. KI auf dem Handy ist also so etwas wie Euer Google Assistant auf Steroiden.

KI im Job: Kein Ersatz, sondern eine Ergänzung

Der Struggle ist real: Künstliche Intelligenz wird zu massiven Umwälzungen im Job führen. Klar, der Bauarbeiter oder der Bäcker wird das anders bzw. später spüren als ein Sachbearbeiter im Büro. Dennoch empfiehlt es sich, lieber heute schon daran zu denken, was das bedeutet, wenn KI in den Beruf Einzug hält. Was es definitiv nicht bedeutet: "KI klaut Dir schon morgen Deinen Job." Es gilt einfach, die Chancen zu nutzen, die Euch künstliche Intelligenz bietet. 

Denkt an die Aufgaben, die Euch am meisten nerven (Nein, nicht Meetings, an denen müsst Ihr weiterhin teilnahmen ^^). Daten können beispielsweise automatisch in E-Mails erkannt und in Formulare übertragen werden. Eure E-Mails können von einer KI bereits vorgeschrieben werden, Anträge können automatisch abgearbeitet werden. Eine Versicherung kann so beispielsweise Schadensmeldungen automatisch analysieren und den entsprechenden Mitarbeiter:innen zukommen lassen.

Ich stelle mir gerade super gestresste Menschen vor, die bei Behörden arbeiten. Jeder von uns kennt doch diese Leute im Bürgeramt oder bei der Agentur für Arbeit usw. und ist latent genervt, weil man entweder ewig auf Termine wartet, oder lieblos und überhastet abgefertigt wird. Dieses Personal wird künftig viel weniger Ablage-Kram zu erledigen haben und dadurch einfach mehr Zeit erhalten, sich mit den wichtigen Dingen zu beschäftigen – eben den Menschen, die diese Behörden aufsuchen. 

Natürlich werden künftig auch Jobs wegfallen, wenn der Arbeitsaufwand signifikant sinkt. Aber es werden ebenso ganz neue Berufe entstehen. Vielleicht liegt in der Entwicklung also auch eine Chance, ein viel passenderes Betätigungsfeld zu finden, oder den eigenen Aufgabenbereich ganz neu zu definieren. Was aber vor allem in diesem Abschnitt des Artikels hängenbleiben sollte: KI nimmt Dir nicht die Arbeit weg, sondern kann Dich bei Deiner Arbeit so unterstützen, dass Du weniger gestresst und produktiver bist. 

KI als Kreativitäts-Boost

Dieser Punkt gilt sowohl für den privaten Einsatz als auch für den Beruf. Manchmal sitzen wir kreativ in einer Sackgasse. Wie formuliere ich dieses Glückwunschschreiben oder treffe bei einer Beileidsbekundung den richtigen Ton? Wie finde ich für meinen Songtext das perfekt reimende Wort? Wie fange ich meinen Blog-Artikel an oder wie strukturiere ich ihn? Oder wie lasse ich mir bei meiner sagenhaften neuen Geschäftsidee helfen? KI schreibt Euch auf Zuruf eine bebilderte Gute-Nacht-Geschichte, in der Euer kleines Kind die Hauptrolle spielt, bastelt Euch einen ganzen Song über Euren Lieblingsmenschen und so vieles mehr.

Die einzige Grenze ist Eure Vorstellungskraft. Sich mit KI zu beschäftigen, liefert Euch nicht nur im Handumdrehen tolle Resultate, sondern testet und trainiert auch eben diese Vorstellungskraft. Probiert es aus!

Call to Action – so legt Ihr direkt los

Vielleicht fragt Ihr Euch noch, wo dieser Artikel hin will bzw. welchen Nutzen er für Euch hat? Wenn Ihr Euch diese Frage stellt, dann gehört Ihr vermutlich eher zu denen, die längst viel mehr über KI wissen als diejenigen, die ich hier eigentlich ansprechen wollte. 

Meine Worte sollen kein Rad neu erfinden, oder im Detail erklären, zu was künstliche Intelligenz heute schon imstande ist. Stattdessen möchte ich nur einen kleinen Impuls für jeden setzen, der sich noch nicht mit KI auseinandergesetzt hat. Oft ist die Hürde einfach, dass man den Anfang nicht findet und deshalb soll das hier ein sanfter Schubser sein.

In den letzten Wochen hörte ich vielen klugen Menschen wie Mo Gawdat dabei zu, wie sie über KI sprechen. Wenn sie gefragt werden, was man zum Einstieg tun sollte, raten sie genau das, was ich hier auch empfehle: Legt einfach los! Richtet Euch einen Account ein, installiert Euch einen Chatbot wie ChatGPT oder Claude oder Google Gemini auf dem Rechner oder Handy und schaut, was passiert. Innerhalb von ChatGPT könnt Ihr auch Dall-E nutzen, um Euch Bilder zu generieren, oder Ihr probiert Bild-Werkzeuge wie leonardo.ai aus. Wer einfach mal kostenlos Songs erstellen möchte, kann das bei Suno oder noch besser Riffusion tun.

Tut mir einfach diesen Gefallen, wenn Ihr Euch noch nie damit auseinandergesetzt habt. Ihr könnt faktisch einfach nichts falsch machen dabei. Fangt heute noch an und spielt mit diesen Apps herum. Ihr müsst kein Geld ausgeben, keine Kurse oder Weiterbildungen buchen, sondern einfach ausprobieren und erleben, wo und wie KI das eigene Leben einfacher, lustiger oder effizienter machen kann.

Eins noch zum Schluss: Dieser Beitrag ist ein gewollt niedrigschwelliger. Wenn Ihr in Eurem Umfeld Menschen habt, die sich noch nie an künstliche Intelligenz herangetraut haben, tut mir bitte den Gefallen und informiert und ermutigt sie. Lasst sie entweder diesen Artikel lesen, oder zeigt ihnen die oben genannten Werkzeuge.

Und bitte lasst uns wissen, wenn Ihr Ideen dazu habt, wie wir uns künftig um das Themenfeld KI kümmern sollen: Braucht Ihr Tutorials zu bestimmten Plattformen, mehr News zu neuen Entwicklungen, oder habt Ihr noch andere Ideen? Dann schreibt es uns gern in die Kommentare und wir machen uns Gedanken!

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Zu den Kommentaren (14)
Carsten Drees

Carsten Drees
Senior Editor

Fing 2008 an zu bloggen und ist irgendwie im Tech-Zirkus hängengeblieben. Schrieb schon für Mobilegeeks, Stadt Bremerhaven, Basic Thinking und Dr. Windows. Liebt Depeche Mode und leidet mit Schalke 04.

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14 Kommentare
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  • Jörg W. 64
    Jörg W. vor 12 Stunden Link zum Kommentar

    Ich wüsste jetzt nicht wozu ich sie brauchen könnte !


  • 104
    Tenten vor 2 Tagen Link zum Kommentar

    Als ich Anfang der Neunziger zum ersten Mal das Internet genutzt habe, wurde ich oft ausgelacht, weil es damals maßlos umständlich, langsam, teuer und natürlich oft nutzlos war, es gab ja noch wenige Inhalte. Mir war aber sofort klar, das ist etwas Großes, das nicht wieder verschwindet und das gigantische Möglichkeiten hatte. Auch mit den ersten Handys wurde man auf der Straße gerne mal angefeindet und ging zum Telefonieren damit lieber in eine Telefonzelle, um seine Ruhe zu haben. Heute völlig unvorstellbar, ebenso, wie es damals für sehr viele unvorstellbar war, dass diese technischen Errungenschaften innerhalb weniger Jahre zum Alltag dazugehören könnten. Ich nutze KI gerne und immer häufiger beruflich und privat und möchte jetzt schon nicht mehr darauf verzichten, obwohl vom Potential von KI im Moment noch kaum etwas genutzt wird. In zehn, zwanzig Jahren wird KI für alle eine absolute Selbstverständlichkeit sein. Man muss sich heute nicht damit beschäftigen, wenn man nicht möchte oder sich KI überlegen fühlt ("brauch ich doch nicht"), man wird aber langfristig nicht ausweichen können. Und versucht man es, wird man vielleicht nicht den Job verlieren, gerät aber schnell auf ein Abstellgleis. Wir haben in der Firma auch einige Leute, die sich Software wie Teams, Zoom, Slack und dergleichen völlig verweigern, und feststellen müssen, dass sie vieles einfach nicht mehr mitbekommen, weil man sich statt in der Kaffeeküche über den PC, Smartphone oder Tablet austauscht und Besprechungen vielfach online abgehalten werden. Und Kolleginnen, die sich ihre Meetings von einer KI protokollieren und zusammenfassen lassen, sind effektiver und schneller, als Kollegen, die "den Quatsch nicht brauchen". Noch hat eine Verweigerungshaltung keinen nennenswerten Impact, aber langfristig betrachtet wird man neue Werkzeuge nutzen müssen, ob man möchte oder nicht.

    Klaus E.Carsten Drees


    • Carsten Drees 30
      Carsten Drees
      • Staff
      vor 1 Tag Link zum Kommentar

      Danke für Deine lange Antwort. Kann da eigentlich alles unterschreiben, was Du erwähnt hast - gerade bei den Anfängen meiner Internetnutzung und bei meinem ersten Handy (Siemens S6 olé ^^) gab es ähnliche Reaktionen von Spott bis Unverständnis :D
      Einzige Einschränkung bei meiner Zustimmung zu dem, was Du sagst: "zehn, zwanzig Jahre" ist meiner Meinung nach absolut unrealistisch. Ich tippe eher, dass Menschen, die im Beruf stehen, und zwar in Jobs, in denen KI schon jetzt einen Impact haben kann, in den nächsten zwei Jahren mehr oder weniger alle selbstverständlich mit KI arbeiten werden. Ähnlich wird es für so ziemlich jeden Menschen sein, der privat eh keine Scheu vor Technik hat und auch Alexa usw gern nutzt und für Menschen, die gerade zur Schule oder zur Uni gehen. KI ist jetzt schon im Mainstream angelangt und so generell würde ich sagen, dass es für die überwältigende Mehrheit in 3-5 Jahren nicht mehr wegzudenken sein wird. :)

      Tenten


      • 70
        Michael K. vor 1 Tag Link zum Kommentar

        Ich sehe den Zeitplan für die großflächige Einführung von KI im Berufsleben tatsächlich von sofort bis zu 10, 20 Jahren. Während die Industrie sehr schnell neue Möglichkeiten zu rationalisieren ergreifen wird, kann es in Verwaltungen und Behörden durchaus seine Zeit brauchen, das zeigen gegenwärtige Digitalisierungsprojekte, die großteils gar nichts mit KI zu tun haben, die teilweise weit hinter ihrem Zeitplan liegen.
        Und natürlich wird es auch zu.Jobverlusten durch KI und andere Rationalisierungsmaßnahmen kommen, da sollte man nichts beschönigen. Wer einmal in der freien Wirtschaft gearbeitet hat oder das noch tut weiß, dass dort nicht Geld in die Hand genommen wird, um den Mitarbeitern die Arbeit zu erleichter, sondern um nochmehr Geld mit weniger Mitarbeitern zu verdienen, oder aber um überhaupt wettbewerbsfähig zu bleiben. Denn der internationale Wettbewerb nimmt auf deutsche soziale Belange keine Rüchsicht und ergreift Möglichkeiten der Rationalisierung wenn sie zur Verfügung stehen, und demnach hat die deutsche Industrie mitunter gar keine andere Wahl als ebenfalls darauf zurückzugreifen, will sie nicht untergehen.
        Allerdings war das nie anders und ich sehe in KI in dem Sinn gar nicht anderes als ein weiters Mittel der Rationalisierung neben Industrieautomatisierung (übrigens ein wichtiger deutscher Wirtschaftszweig), Robotern und Cobots die auch ohne KI funktionieren würden aber mit KI natürlich besser, Industrie 4.0 und das IIoT usw.
        Diese Rationalisierungen gibt es seit der Zeit der Manufakturen und gemäß der stoizistischen philosophischen Schule sollte man sich mit Dingen die man ohnehin nicht ändern kann, besser arrangieren als sie ändern zu wollen. Schon die schlesischen Weber haben eine Art Maschinensturm versucht - letztlich erfolglos.
        Der heutige Wohlstand ist nicht zuletzt auf solche Rationalisierungen zurückzufuhren, und Randeffekte wie Wirtschaftswachstum, Wohlstandszuwachs, Verbilligung der Fertigung, Arbeitszeitverkürzungen usw. konnten die Freisetzung von Arbeitskräften bislang immer weitgehends kompensieren, so daß aus einer übergeordneten, volkswirtschaftlichen Sichtweise Rationalisierung zu Wohlstandszuwachs und einem hohen technologischen Stand in der Fertigung aber auch z.B. in der Medizin geführt haben, und aus dieser Perspektive durchweg zu begrüßen ist.
        Taucht man aber tiefer ein, findet man natülich auch die Rationalisierungverlierer und die Angst am Ende zu denen zu gehören ist häufig eben nicht unbegründet.
        Denn auch KI-Kompetenz ist natürlich keine Garantie, dass der 55jährige der seinen Job verliert, wieder eingestellt wird, und auch die 35 jährige Verkäuferin die ihren Job an einen Kassenautomaten verloren hat, könnte trotz ihres noch jungen Alters Probleme haben, eine neue Arbeit zu finden.
        Das gehört zur bitteren Wahrheit dazu. Während die Schaffung von neuem Wohlstand weniger schwierig zu sein scheint und auch KI seinen Beitrag dazu !eisten kann, scheint es bei der Verteilung dieses neuen Wohlstands noch an vielen Enden zu haken.

        Tenten


  • 15
    Hybi vor 2 Tagen Link zum Kommentar

    Bevor ich einer KI erzähle, was für eine Mail ich schreiben will, mach ich es gleich selbst. Ich kann sowas nämlich und sehe auch nicht, wo da der Benefit wäre.
    Und sonst? Räumt die Ki den Schnee aus meinem Hof? Spült sie mein Geschirr? Putzt sie die Wohnung? Nein? Dann tschööö ;-)


    • 104
      Tenten vor 2 Tagen Link zum Kommentar

      Merkwürdig, auch das Internet räumt nicht den Schnee aus deinem Hof oder putzt deine Wohnung und trotzdem nutzt du es? Und klar, für ein paar niedrigkomplexe Dreizeilermails braucht niemand eine KI. Bei umfangreicheren, wichtigen Mails zum Beispiel an internationale Geschäftspartner, die man womöglich auch noch mehrsprachig verfassen muss und dabei auf Ton, schwierige Zusammenhänge oder rechtliche Belange achten sollte, da kann eine KI durchaus unter die Arme greifen.

      Carsten DreesKlaus E.


    • Carsten Drees 30
      Carsten Drees
      • Staff
      vor 1 Tag Link zum Kommentar

      Weißt Du, meine Spülmaschine bekommt das mit dem Geschirr super hin - beim Schneeschippen und beim Putzen der Wohnung scheitert sie kolossal. Oder nimm meinen PC: Für die Arbeit super, aber der kann noch nicht mal das mit dem Geschirr.
      Ich hab übrigens auch einen Hammer - der kann gar nichts von dem, was ich oben geschrieben hab. Aber muss ein Nagel in die Wand, funktioniert der Hammer im Vergleich zu etwas sperrigen Spülmaschine total super.
      Worauf ich hinaus will: Schade, dass ich einen Artikel schreibe, der genau Leute wie Dich erreichen soll – und Du die Zeichen der Zeit nicht erkennst und dann einen Kommentar ablieferst, in welchem Du im Wesentlichen versuchst zu erklären, dass das Werkzeug A nicht mit Aufgabe B oder C zusammenpasst.
      Um aufs Beispiel mit der Mail zu kommen: Schön, wenn Du eine Mail schreiben kannst. Können sicher die meisten. Aber vielleicht scheitern einige daran, die Mail fehlerfrei zu schreiben. Vielleicht tun sie sich schwer damit, die Mail im angemessenen Business-Ton zu verfassen und holen sich deshalb KI-Hilfe. Vielleicht wollen sie aber einfach nur auf Arabisch antworten, weil es eine Geschäftsmail erfordert bzw. die Kommunikation vereinfacht. Du wirst Arabisch beherrschen, da bin ich mir sicher – aber für alle anderen ist es ne coole Sache ;)

      Programmierst Du Code? Jeder, der das tut, erkennt bereits heute, wie unglaublich viel Zeit man sparen kann. Ich brauche einen einzigen Satz, damit mir KI aus meinen Daten eine Tabelle oder ein Diagramm erstellt. Selbst, wenn ich davon ausgehe, dass die KI noch Fehler baut und ich hier und da korrigieren muss, spare ich da etliches an Zeit.

      Worauf ich hinaus will, sowohl mit dem Artikel als auch diesem Kommentar: Wir müssen alle anfangen, uns mit dem KI-Gedanken vertraut zu machen, selbst – oder gerade – wenn wir uns im Einzelnen noch gar nicht vorstellen können, was KI alles tun kann. Sag mir gerne mal, was Du arbeitest, und ich überlege mal, was ich mir vorstellen könnte, wo Dir KI da weiterhilft.


      • 15
        Hybi vor 1 Tag Link zum Kommentar

        Hallo Carsten,
        wow, so eine ausführliche Antwort! Nein, ich bezweifele nicht, dass KI in bestimmten Bereichen hilfreich sein kann. Ich stelle nur fest, dass sie auf absehbare Zeit in meinem Leben kaum eine Rolle spielen wird. Und ich befürchte, dass Menschen geneigt sind, sich auf die Probleme zu fokussieren, die sich per KI lösen lassen, aber keiner mehr eine Schaufel in die Hand nimmt.

        Zu mir: mal abgesehen davon, dass ich inzwischen Rentner bin, habe ich mein Gewerbe als Grafiker. Mit den entsprechenden Adobe-Programmen kenne ich mich gut aus. Da brauche ich keine KI. Nichtmal die Bildgenerierung würde mir was nutzen, denn individuell für den entsprechenden Zweck geschossene Fotos stellen mir meine Kunden zur Verfügung. Phantasievolle KI-Bildchen braucht da niemand.
        Daneben mach ich übrigens noch Hausnotruf-Außendienst für das hiesige Rote Kreuz. Zu den alten, gebrechlichen oder kranken Menschen, die ich aufsuche, kannst Du auch keine KI schicken ;-)

        Mein Fazit: KI hat hier und da ihre Berechtigung, aber ich denke, ihr Nutzen wird überbewertet.

        Carsten Drees


      • Carsten Drees 30
        Carsten Drees
        • Staff
        vor 1 Tag Link zum Kommentar

        Manchmal freue ich mich einfach, wenn in einem angenehmen Ton diskutiert wird. Das ist nicht selbstverständlich, daher erst einmal danke für Deine Antwort. :)
        Okay, ich würde mir nicht anmaßen, erklären zu wollen, wo exakt Du als Grafiker profitieren würdest, aber ich kann Dir einen Usecase von eben gerade schildern: Manchmal ist die Vorlage für ein Artikelbild ein Foto, das leider nicht zu dem 16:9-Format passt, welches wir hier nutzen. Es kostet mich fünf Sekunden, dieses in dem Fall quadratische Bild in einen 16:9-Rahmen zu packen und die Ränder links und rechts so generieren zu lassen, dass sie den Hintergrund perfekt matchen und so das gewünschte 16:9-Bild ergeben.
        Es geht da also nicht nur um funny Bildchen oder "Schau mal, wie ich als Lego-Männchen aussehe". Auch das Entfernen eines ungewollten Objekts aus einem Bild erledigen wir heute mit einem Fingertipp oder einem Klick.
        Und logisch hilft es dem Bäcker erst mal wenig, den Teig zu kneten – oder Dir beim Außendienst mit gebrechlichen Menschen. Aber dennoch nutzt das Rote Kreuz ja auch bereits KI, beispielsweise in Form eines DRK-Chatbots, der mit DRK-spezifischen Texten geschult wurde, um sehr spezifische Fragen von Mitgliedern beantworten zu können. Ich hab nach dem Lesen Deines Kommentars direkt mal gegoogelt, welche Möglichkeiten das DRK bereits im Zusammenhang mit KI nutzt und da ist echt schon einiges dabei – beispielsweise so etwas, was Dir automatisch Alt-Texte für Bilder erstellt. Wenn jemand von diesen kranken und gebrechlichen Menschen, nicht mehr gut sehen kann beim Surfen im Netz, dann sind diese Alt-Texte eine sehr große Hilfe und dienen der Inklusion.

        Also nochmal: Ich möchte hier niemanden zwingen, ab sofort täglich ChatGPT Gedichte schreiben zu lassen, in dem alle Worte mit einem identischen Buchstaben anfangen, oder ein Bildmodell zu nötigen, lustige Bilder zu erfinden von Wesen, die halb Jesus und halb Shrimp sind. Ich möchte lediglich, dass so viele Menschen wie möglich kapieren, was für einen Impact KI schon in den nächsten Jahren haben wird. Es wird uns so, so vieles schrecklich erleichtern – sowohl privat als auch beruflich.

        Ich kann Dich ja nicht zwingen, durch diese Tür zu gehen. Aber ich will Dir zumindest zeigen, dass auch Dir diese Tür schon offen steht. Der Artikel soll mithelfen, dass wir uns alle daran erinnern, dass die Tür nur angelehnt ist und wir jederzeit da durchmarschieren können, egal ob wir technisch versiert sind oder nicht. Und wenn Leute wie Du noch nicht gehen, aber immerhin manchmal neugierig auf die andere Seite linsen, dann reicht mir das eigentlich schon.

        PS: Weil Du erwähntest, dass KI uns ja auch nichts bringt, wenn niemand eine Schaufel in die Hand nimmt: Ich bin überzeugt davon, dass durch KI viele Büro-Jobs wegfallen werden. Einen Pflegejob, den Friseur oder auch den Bauarbeiter werden wir aber nicht so flott durch KI und Roboter ersetzen können. Deswegen bin ich sicher, dass es für handwerkliche Berufe künftig wieder deutlich mehr Wertschätzung geben wird. Also nicht trotz KI, sondern sogen wegen KI. Warten wir einfach ab, was die nächsten Jahre bringen.

        Wünsche noch eine schöne Woche, Hybi :)

        Hybi


      • 15
        Hybi vor 1 Tag Link zum Kommentar

        Hallo Carsten,
        janun, bloß weil es unterschiedliche Ansichten gibt, kann man sich doch wie ein Mensch benehmen und auch den Gegenüber wie einen solchen behandeln.

        Ich lese viel, gerade auch im Bereich Natur, Wissenschaft und Technik. Ich bin also gut informiert, auch was KI heutzutage so kann. Und stelle immer wieder (für mich selbst) fest: Ich brauch das alles nicht.

        Bei den aller-aller-meisten Herausforderungen, vor die mich das Leben stellt, muss richtig was getan werden. Ein paar Zeilen auf einem Monitor können da garnix bewirken.

        Natürlich kann ich mit Photoshop schnell mal das Seitenverhältnis eines Bildes ändern. Aber dann nutze ich immer noch Photoshop, und dieses nutzt dann eine KI.

        Solltest Du weitere Artikel zum Thema schreiben, werde ich die auch wieder lesen. Und sollte da mal ein Tipp dabei sein, der mir im richtigen Leben tatsächlich weiterhilft, werde ich den auch gerne befolgen!

        Alles gut und alles Gute
        wünscht der Hybi


  • 22
    Wohlgeboren vor 2 Tagen Link zum Kommentar

    Angst vor KI? Eher vor den Menschen die sie programmieren

    Carsten Drees


    • Carsten Drees 30
      Carsten Drees
      • Staff
      vor 1 Tag Link zum Kommentar

      Ja, den Gedanken kann ich natürlich nachvollziehen. Wobei ich es vermutlich noch etwas anders formulieren würde: Eher als Angst vor denen, die die Macht über eine KI haben, egal ob es der Chef eines Unternehmens oder ein Politiker ist.


  • 37
    Tobias G. vor 2 Tagen Link zum Kommentar

    "Ich stelle mir gerade super gestresste Menschen vor, die bei Behörden arbeiten."

    ymmd


    • Carsten Drees 30
      Carsten Drees
      • Staff
      vor 2 Tagen Link zum Kommentar

      Ja, die gibt's - aber schön, wenn ich helfen konnte ;)

      Tobias G.

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